Mündliche Prüfung im Schwerpunkt für Frau Miriam F.

Aufgabe 1

Exportschlager Abwrackprämie  - aus der FTD vom 10.06.2009 (gekürzt)
Frankreich, Japan und nun auch die USA: Die deutsche Abwrackprämie für Neuwagen findet weltweit immer mehr Nachahmer. Die Abwrackprämie geht um die Welt - noch nie in der Industriegeschichte griffen so viele Staaten zum gleichen konjunkturpolitischen Instrument. In Europa haben inzwischen Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Österreich und viele kleinere Länder solche Verschrottungsanreize eingeführt. Auch die US-Regierung plant eine Abwrackprämie in Höhe von 4500 $ (3250 Euro).
Über Sinn und Unsinn der Prämie wird unter Ökonomen gestritten - doch eines gestehen mittlerweile selbst die Gegner ein: Die Subvention hat die deutsche Industrieproduktion genau zu der Zeit wirkungsvoll gestützt, als die Weltwirtschaftskrise ihre tiefsten Spuren hinterließ. Das erste Vierteljahr 2009 war das schlimmste in der Nachkriegsgeschichte. Ohne die Prämie wäre das Minus noch viel größer ausgefallen.
Für die nächsten Monate erwarten Volkswirte ein allmähliches Abflachen der Nachfrage. Gegen Jahresende werde es dann zu einem "negativen Rückpralleffekt" kommen. Frankreich habe anderthalb Jahre gebraucht, um die Vorzieheffekte seiner letzten Abwrackaktion aufzuholen. Erst danach hätten die Neuzulassungen wieder das alte Niveau erreicht. Die meisten Käufer hätten sich nicht wegen des Zuschusses ein neues Auto gekauft, sondern den ohnehin geplanten Kauf nur vorgezogen.
Wie erfolgreich auch andere Länder bei der Ankurbelung der Autonachfrage sind, zeigt das Beispiel China: Dort erreichte der Fahrzeugabsatz im Mai dank staatlicher Subventionen den höchsten Stand seit Februar 2006. Im Jahresvergleich ergab sich eine Steigerung von 47 Prozent, wie die Branchenvereinigung chinesischer Autohersteller berichtete. China habe damit seine Position als führender Automarkt vor den USA ausgebaut.

Japan verschrottet auch Elektrogeräte
Ökologische Folgen. Die Abwrackprämie für Autos, die seit April läuft, wird restriktiver gehandhabt als in Deutschland. Beim Kauf eines energieeffizienten Neuwagens gibt es den 250.000 Yen (1830 Euro) hohen Zuschuss nur, wenn der verschrottete Gebrauchtwagen älter als 13 Jahre ist. Zusätzlich senkt der Staat die Autokauf- und Gewichtssteuer für umweltfreundliche Neuwagen um 50 bis 100 Prozent. Den vollen Nachlass erhalten dabei nur Hybrid- und Elektroautos. In der Folge war das Hybridmodell Toyota Prius im Mai das meistverkaufte Auto Japans.
Auch Elektrogeräte. Darüber hinaus wird der Kauf energieeffizienter Kühlschränke, Klimaanlagen und Flachfernseher gefördert. Käufer grüner Klimaanlagen oder Kühlschränke erhalten fünf Prozent des Kaufpreises in Form von Einkaufsgutscheinen ausgehändigt, die später beim Kauf neuer Produkte eingetauscht werden können. Bei Flachbildfernsehern sind es sogar zehn Prozent.

China senkt stattdessen die Steuern
Alternativer Weg. Auch China fördert Autokäufe: Seit Peking die Kaufsteuer für kleinere Autos mit bis zu 1,6 Litern Hubraum auf fünf Prozent halbierte, brummt der Kleinwagenmarkt. Der Absatz von Personenwagen stieg im Mai um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Morgan Stanley korrigierte in der Folge seine Prognose für Chinas Automarkt von einer Schrumpfung um 3,1 Prozent auf ein Wachstum von 6,5 Prozent in diesem Jahr.
Handys für Bauern. China unterstützt zudem ländliche Haushalte beim Kauf von neun Kategorien an Haushaltsgeräten - etwa Kühlschränken, Waschmaschinen oder Mobiltelefonen. Diskutiert wird, den Erwerb von Autos mit Elektroantrieb oder Wohnungskäufe von Bauern in den Städten zu subventionieren.
 
1. Fassen den Text in Ihren eigenen Worten zusammen.
2. „Über Sinn und Unsinn der Prämie wird unter Ökonomen gestritten“, heißt es im Artikel; was spricht für die deutsche Abwrackprämie, was dagegen?
3. Was machen Japan und China anders? Bewerten Sie deren Maßnahmen und vergleichen Sie diese mit den deutschen.

Aufgabe 2
Ein Unternehmen stellt derzeit die drei Produkte X, Y und Z her, es arbeitet dabei an der Kapazitätsgrenze.
X erwirtschaftet einen Stückdeckungsbeitrag von 26 €, Y von 30 € und Z von 20 €.
Für Z benötigen wir allerdings nur 9 Minuten, während X 14 und Y 15 Minuten Herstellungszeit brauchen.

1. Macht es Sinn, ein neues Produkt N aufzunehmen, obwohl wir für die Herstellung pro Stück 20 Minuten benötigen, wenn es einen Stückdeckungsbeitrag von 21 € erwirtschaftet? Begründen Sie Ihre Antwort.
2. Werden wir künftig von einem der drei Produkte weniger produzieren als bisher und wenn ja, von welchem?
3. Angenommen die Nachfrage nach N wäre so hoch, dass wir künftig nur noch zwei Produkte produzieren können, welche wären das?